Oldenburg/Essen. Die „Streetkicker Oldenburg“ haben die Deutsche Meisterschaft im Straßenfußball der wohnungslosen Menschen gewonnen. Vom 9. bis 11. September setzte sich das Team in Essen gegen Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet durch. Das Turnier fand im Rahmen der Inklusionstage auf dem Kennedyplatz mitten in der Essener Innenstadt statt. Gespielt wurde in einem eigens aufgebauten Pop-up-Stadion mit Platz für rund 2.300 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Insgesamt 13 Teams nahmen an der Meisterschaft teil. Die Oldenburger Delegation reiste mit zehn Personen nach Essen, darunter Spieler und Betreuer aus der Straßensozialarbeit. Für das Team war die Meisterschaft nicht nur ein sportlicher Wettbewerb, sondern auch eine besondere Gelegenheit für Begegnung, Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe.
Das Motto der Veranstaltung lautete „Rote Karte gegen Ausgrenzung!“. Fairness und gegenseitiger Respekt standen dabei nicht nur auf dem Spielfeld, sondern während der gesamten Veranstaltung im Mittelpunkt. Organisiert und getragen wurde die Meisterschaft von Anstoß e.V. und der DFB-Stiftung.
„Für unsere Spieler ist die Teilnahme an solchen Turnieren etwas Besonderes. Sie erleben Gemeinschaft, übernehmen Verantwortung und erfahren Anerkennung für ihre sportliche Leistung. Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft ist deshalb ein großer Erfolg für das gesamte Team“, sagt Derk Stürenburg, Diakonie-Streetworker und Mitinitiator des Projekts.
Fußball als Teilhabeprojekt
Die „Streetkicker Oldenburg“ sind ein gemeinsames Projekt mehrerer Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe, der Tagesstätte der Paritätischen und der Straßensozialarbeit der Diakonie in Oldenburg. Seit der Neugründung vor rund 18 Monaten hat sich das Team kontinuierlich weiterentwickelt. Bereits im vergangenen Jahr nahm die Mannschaft an der Deutschen Meisterschaft in Duisburg teil.
Inzwischen verfügt das Team über mehrere engagierte Betreuerinnen und Betreuer sowie eine feste Trainingsstruktur. Durch Stiftungsgelder und Spenden konnten neue Trikots und Trainingsanzüge angeschafft werden. Die ersten Trainingseinheiten fanden noch auf den Dobbenwiesen statt. Mittlerweile stellt die Stadt Oldenburg eine Sporthalle für das wöchentliche Training zur Verfügung. Dadurch kann das Team unabhängig vom Wetter trainieren und die Spieler können nach dem Training duschen.
Jeden Freitag um 16 Uhr findet das Training statt.
„Der Fußball schafft einen Raum, in dem Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation als Team zusammenkommen. Der sportliche Erfolg in Essen zeigt, welche Entwicklung die Streetkicker in kurzer Zeit genommen haben“, so Andreas Leigers, Spielertrainer
Gemeinsames Erlebnis in Essen
Neben den Spielen stand in Essen insbesondere das Miteinander im Mittelpunkt. Die DFB-Stiftung übernahm den Großteil der Kosten, sodass der Eigenanteil für die teilnehmenden Teams bei 350 Euro lag. Zur Veranstaltung gehörten unter anderem die Unterbringung im Hotel sowie gemeinsame Mahlzeiten im „Unperfekt-Haus“ und im „The Church“.
Auch sportlich bot die Meisterschaft ein besonderes Erlebnis: Die deutsche Nationalmannschaft im Straßenfußball, "Team Germany“ spielte außerhalb der Wertung mit. Zudem sollen aus den teilnehmenden Mannschaften acht Spieler für den kommenden Nationalkader nominiert werden. Der aktuelle Kader reist im Januar 2027 zur Weltmeisterschaft der Straßenfußballer nach Mexiko.
Für die Streetkicker ist der Titel in Essen ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Geschichte des Teams. Seit der Neugründung hat die Mannschaft bereits an zahlreichen Turnieren in der Region teilgenommen. Dabei stehen neben dem sportlichen Erfolg vor allem Gemeinschaft, Fairness und Teilhabe im Mittelpunkt.
1. Moin Cup in Oldenburg
Das nächste sportliche Ereignis steht bereits bevor: Am 24. Oktober 2026 laden die Streetkicker Oldenburg zum 1. Moin Cup ein. Das Turnier soll die Idee des Projekts auch in Oldenburg weiter sichtbar machen und Mannschaften aus der Region zusammenbringen.
Der Erfolg in Essen zeigt dabei, wie viel in rund 18 Monaten entstanden ist: Aus einem Projekt mit zunächst unregelmäßigen Strukturen ist ein engagiertes Team geworden, das inzwischen über die Region hinaus sportliche Erfolge erzielt – und dabei den Gedanken des gemeinsamen Miteinanders in den Mittelpunkt stellt.




